In Felsen gegossen…

Nach langer Zeit habe ich nun wieder etwas gebastelt. Inspiriert und an den Basteltisch zurück gebracht hat mich ein Besuch im Miniaturwunderland in Hamburg. Davon an anderer Stelle mehr. Jetzt geht es um Felsenbau unter Zuhilfenahme von Latexmilch.

Berthold Tacke hat mich durch sein Buch „Modellbau Werkstatt“ und insbesondere die Kapitel über Abformen und Resinguss neugierig gemacht. Allerdings fand ich die Methode etwas umständlich für den reinen Gipsguss von Felsen. Also habe ich mich etwas umgeschaut und Hinweise auf Latexmilch gefunden, mit deren Hilfe man Schlauch formen machen kann. Allerdings kann das Material auch mit dem Pinsel aufgetragen werden. Gesagt, getan, im Idee-Markt fündig geworden, und voila, hier ist sie:

Latexmilch

Ein Stein war im Vorgarten auch schnell gefunden:

Stein Original2Mit diesem Ausgangsmaterial und einem billigen Schulpinsel ausgestattet ging es dann an’s Werk. Insgesamt habe ich 4 Schichten aufgetragen, davon die letzten beiden etwas dicker. Zwischen den einzelnen Schichten war jeweils 3 Stunden Wartezeit angesagt, wobei ich aus organisatorischen Gründen zwischen Schicht 2 und 3 eine Nacht abgewartet habe. Hier dann ein Bild von einer frischen Schicht:

Stein mit Latex1Das Zeug stinkt übrigens nach dem Auftrag ziemlich ätzend, soll wohl am Ammoniak liegen, der offenbar in Spuren da drin ist. Trocknen mussten die Schichten daher zunächst an der frischen Luft. Der Gestank lässt allerdings schnell nach, so dass das gute Stück jeweils nach einer Stunde wieder in’s Warme durfte.

Nach einer abschließenden weiteren Nacht – zum guten Schluss sind 12 Stunden Trocknung vorzusehen – kam dann der große Augenblick des Ablösens, der sich völlig unproblematisch gestaltete. Heraus kam:

Latexform1Jetzt habe ich mir eine kleine Form gebaut (nicht sehr professionell, aber für einen ersten Test ausreichend), damit ich die etwas wabbelige Form stützen konnte. Dafür habe ich ganz feinen Sand verwendet, den ich noch von meinem alten Aquarium über hatte. Das sah nun so aus:

Gussform2Dann habe ich Gips sehr dünnflüssig angerührt und in die Form gefüllt:

Gussform gefuellt1Jetzt noch ein paar Stunden trocknen lassen und dann die Form vorsichtig gelöst (ich will sie ja noch mehrmals verwenden). Noch ohne Farbe, aber sehr schön zu erkennen:

Rohling1Noch muss er etwas nachtrocknen, aber dennoch ist die Steinstruktur sehr schön zu erkennen. Abschließend nochmal Original und Fälschung im direkten Vergleich:

VergleichIch finde: Sehr gelungen.

Die Farbgebung nehme ich mir für die nächsten Tage vor. Bericht folgt dann natürlich auch wieder.

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